Theaterfestival "Fremd in der Fremde"
Vier Theaterstücke zum thema fremd sein
Ein Themenschwerpunkt im Odeïon Kulturforum Salzburg behandelt „brennende" Themen.
Das Russisches Nationaltheater Kiew, die Studiobühne EXTRA aus München und Michael Kolnberger in Zusammenarbeit mit dem Odeïon Kulturforum bringen von 16.-18. März vier hervorragende Stücke zum Thema Fremdsein in einem Festival auf die Bühne.
Verrücktes Blut (Nurkan Erpulat und Jens Hillje)
Eigenproduktion von Michael Kolnberger in Zusammenarbeit mit Odeïon Kulturforum Salzburg
„Was hier von der Bühne kommt, schert sich einen Dreck um politische Korrektheit, geht dahin, wo es weh tut, springt uns an mit einer Wut und Intensität, wie man sie lange nicht erlebt hat. Theater als Befreiungsschlag. Alles herausgebrüllt, alles drin, was das Land quält: Ausländerschmäh und Rassismus, Rollenmodelle und Erklärungsversuche der Soziologen, Ohnmacht der Lehrer, die aggressiven Reflexe und Rituale muslimischer Halbstarker. Hier wird nicht moderiert, hier knallt Zugespitztes mit Wucht aufeinander.“ (Ruhrnachrichten)
Anschließend Publikumsgespräch mit Schauspielern und Regisseur. Auf Wunsch Einführung für Schulklassen
16. Feb., 19:30 / 19. Feb., 19:30 / 21. Feb., 19:30 / 25. Feb., 19:30 / 3. März, 19:30
Russisches Akademisches Nationaltheater Lessja Ukrainka/Kiew
Das größte Theater der Ukraine zu Gast im Odeïon Kulturforum Salzburg
Wie werden Menschen radikalisiert? Das ist Klammer, die „Nordost“ (Torsten Buchsteiner) und „Schwarze Jungfrauen“ (Feridun Zaimoglu und Günter Senken), die Stücke des dritten Abends, umfasst. Nordost thematisiert die Geiselnahme im Moskauer Dubrowka Theater im Oktober 2002. Unter den Geiselnehmern waren auch 20 „Schwarze Witwen“, tschetschenische Frauen, die Angehörige im Krieg verloren hatten und daraufhin zu Kämpferinnen und Terroristinnen wurden.
In zehn aufeinander folgenden Monologen präsentiert „Schwarze Jungfrauen" die radikalen Ansichten von sogenannten „Neo-Musliminnen“. Basierend auf Interviews, die Inhalte sind geblieben, nur die Sprache als „Stimme“ der Frauen wurden in eine literarische Kunstsprache umgeformt. Umso stärker tritt die Wucht zutage, mit der die „schwarzen Jungfrauen“ das politisch korrekte Bild von in Deutschland lebenden Musliminnen in jeder Hinsicht und ohne jede Scham außer Kraft setzen.
Beide Stücke in russischer Sprache mit deutschen Übertiteln. Anschließend Diskussionsrunde mit dem Intendanten und der Dramaturgin des Russischen Akademisches Nationaltheater Lessja Ukrainka/Kiew, der Dramaturgin und Regiseuse Alla Rybikova, Jurij Diez, SchauspielerInnen, Barbara Sieberth als Vertreterin der Plattform für Menschenrechte Salzburg, Haliemah Mocevic (Junge Musliminnen) und der Historikerin Helga Embacher.
17. Feb., 19:30
Barfuß Nackt Herz in der Hand (Ali Jalaly)
Der in Deutschland als Müllmann und Straßenkehrer arbeitende Türke Ali Delir hat durch einen Brandanschlag außer seiner Tochter seine gesamte Familie und sein hart erarbeitetes Haus verloren. In einem monologischen Rückblick lässt er die Ereignisse und ihre Folgen nochmals an sich vorüberziehen.
„Barfuss Nackt Herz in der Hand" beruht auf einer wahren Gegebenheit: 1993 wurde in Solingen das Haus einer türkischen Familie von Rechtsextremen niedergebrannt.
18. Feb., 19:30
Jurij Diez spielt das Stück des aus Teheran stammenden Theatermachers Ali Jalaly. in einer Produktion des Studiotheater München unter der Regie von Katrin Kazubko. Anschließend gibt es ein Publikumsgespräch mit Autor, Regisseuse und Schauspieler und Abschlussfest des Festivals.
Hier gehts zum Programm!
Parkplätze vorhanden, Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich!




