Themenschwerpunkt Marlene Streeruwitz

Theater KOSMOS
„Der Abend nach dem Begräbnis der besten Freundin“


Eine Frau auf der Fahrt nach Hause. Sechs Stunden sind seit der Beerdigung ihrer besten Freundin Elisabeth, genannt Lilli, vergangen. Sie erinnert sich. Daran, wie Lilli es mit den Männern gehalten hat, wie mit den Bindungen, die man lebenslang eingeht, der Familie, den Kindern, wie mit den vielen kleinen und auch größeren Lügen, dem Abtauchen in Affären und wie mit der tödlichen Krankheit. Und daran, wie die Ketten um Lilli immer enger geworden sind: „Sie war so damit beschäftigt, das Sterben ernst zu nehmen, dass sie den Tod übersehen hat.”

Sie erinnert sich an die Freundschaft mit Lilli, die „eine lange und freundliche Liebesgeschichte gewesen war.” Sie war der Freundin Privatsekretärin, Stellvertreterreisende, Privatdetektivin, Zofe, Stil-Beraterin, Sterbebegleiterin gewesen. Sie war ihr die einzige. „Und jetzt bin ich das. Jetzt bin ich die einzige."

Die verstorbene Elisabeth hat nichts von einem durch die Umstände gebeutelten Opfertierchen. Sie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die Mann, Kinder und eine eigene Firma managt und sich, nachdem der Mann nach den Geburten „nichts mehr von ihr will”, mit geheimen Geliebten trifft. Die beste Freundin verwaltet die immer wechselnden Lover und macht durch vorgeschobene Kulturausflüge Schäferstündchen möglich. Doch in letzter Konsequenz wird Lilli, vom austrofaschistischen Vater als Nicht-Sohn "geliebt, aber verachtet", doch noch von den Umständen erlegt. „Lilli hatte das Sterben gelernt wie eine Fremdsprache. Sie hat das gemacht wie alles andere auch. Begabt und mit Einsatz. Wir sind ja alle Musterschülerinnen geworden. Wir erfolgreichen Frauen.“

Marlene Streeruwitz beleuchtet in dieser hochkonzentrierten, bezwingenden Suada ein Stück Leben, wie es viele gibt, nur: „So dicht, so rasant, so spannend wie Marlene Streeruwitz erzählt sonst keine.“ (Süddeutsche Zeitung)

Schauspiel: Alexandra Tichy
Regie: Augustin Jagg
Ausstattung: Peter Büchele
Licht: Markus Holdermann

www.theaterkosmos.at
www.marlenestreeruwitz.at

 

Marlene Streeruwitz, geboren in Baden bei Wien, studierte Slawistik und Kunstgeschichte in Wien und verfasste Hörspiele für den SDR, WDR, Radio Bremen und den ORF. Seit 1992 werden ihre Theaterstücke an wichtigen Bühnen gespielt, darunter Uraufführungen am Schauspiel Köln, den Münchner Kammerspielen, dem Deutschen Theater Berlin und bei den Wiener Festwochen. 1996 erschien ihr erster Roman Verführungen, für den sie den Mara-Cassens-Preis erhielt. 1997 veröffentlichte Marlene Streeruwitz den Roman Lisa's Liebe. 1999 erschien ihr dritter Roman Nachwelt, 2000 ihre Erzählung Majakowskiring, 2002 Partygirl und 2004 Jessica, 30 bei S. Fischer. Marlene Streeruwitz lebt in Wien, Berlin, London und New York.

TIPP: EIN ABEND MIT DER AUTORIN 

Im Rahmen des Marlene Streeruwitz Themenschwerpunktes im Odeïon Kulturforum Salzburg gibt es am MO, 08.11.2010 einen Abend, an dem die Autorin zu Gast sein wird, veranstaltet vom Literaturhaus Salzburg, dem Theater ecce und dem Odeïon Kulturforum Salzburg.

Seite versenden

Termine

  • 30. 10. 2010 / 19:30 Uhr / SA
  • 02. 11. 2010 / 19:30 Uhr / DI
  • 05. 11. 2010 / 19:30 Uhr / FR
  • 06. 11. 2010 / 19:30 Uhr / SA

Achtung: unterschiedliche Beginnzeiten!

Tickets

REGULÄR:
Erwachsene* € 19, € 16
Ermäßigt* € 14, € 11
* im Vorverkauf,
   Abendkasse zuzügl. € 3

GESONDERTE PREISE:
am 30.10. Premiere
Erwachsene € 25, € 20
Ermäßigt € 20, € 15

Reservierung per Mail und Telefon
oder bei oeticket

Veranstalter

Theater KOSMOS
Theater ecce
Odeïon Kulturforum Salzburg

Partner

Hospizbewegung Salzburg