Aus der Reihe Lebenskünstler: Herbert Huber
Ausstellung und Präsentation des Fotografen und lebenskünstlers
25 Jahre Kulturfotografie und Kunst aus Österreich/Schwerpunkt Salzburg aus dem privaten Archiv von Herbert Huber. Der Künstler wird den Eröffnungsabend der Reihe „Lebenskünstler“ im Odeïon–BioArt Salon selbst gestalten und über sein aktuelles Projekt im Regenwald am Amazonas berichten.
„Süchtig nach der Theaterfotografie gemacht haben mich zwei der damals bekanntesten österreichischen Schauspieler bereits in den 70er Jahren; der Herr Brandauer und der Herr Gasser. Die erste Festspielaufführung, die ich in meinem ersten Ausbildungsjahr fotografieren durfte, war eine Shakespeare-Inszenierung am Landestheater. „Wie es Euch gefällt“ glaube ich war das, an den Namen des Regisseurs kann ich mich nicht erinnern, aber der Brandauerauftritt bei der Fotoprobe war ein unvergessliches Erlebnis. Brandauer unterbrach die Probe und hielt von der Rampe aus dem Regisseur und dem Dramaturgen einen Vortrag über die Auslegungsmöglichkeit des Stücks und die Intentionen des Autors. Phantastisch erschienen mir damals die Möglichkeiten des Theaters, und Brandauer hat mit voller Energie „vom Leder gezogen“. Es wurde ein richtiges Schreiduell zwischen ihm und dem Regisseur. Bis der Herr Gasser die beiden unterbrach und den Fortgang der Probe wünschte. Mit den Worten „Geht’s wieder? Können wir endlich weitermachen?“
Der Rest der Probe war energiegeladen und intensiv. Mit großer Begeisterung belichtete ich alle zur Verfügung stehenden Filme mit der 6x6 Tele-Rollei. Am nächsten Tag in der Firma wurde ich aus der Dunkelkammer geholt, der Herr Gasser war im Geschäft um die Probenfotos anzuschauen, er wollte wissen, wer diese Aufnahmen gemacht hat. Er prophezeite mir eine große Zukunft als Theaterfotograf. Ab diesem Zeitpunkt begann ich die ganze Welt als Inszenierung zu verstehen, alles ist Theater. Ich habe selbst diesen – manchmal sogar fanatischen – Einsatz erlebt.“ (Herbert Huber)
In den 20 Jahren entstanden die vielen Fotos, Plakatserien und mannigfaltigste Dokumentationen der Werbe- und Arbeitswelt. Mitte der Neunziger Jahre legte Herbert Huber die Kamera aus der Hand. Heute lebt er den Großteil des Jahres am Amazonas und widmet seine Arbeit einem beeindruckenden Projekt im Regenwald.
„Tamishiyacu ist ein Dorf im Regenwald, das viele Österreichbezüge hat, speziell nach Salzburg. Viele Salzburger waren schon hier, einige der Curanderos und Schamanen aus dieser Gegend waren auch schon in Salzburg zu Besuch. Nachhaltig glaubwürdig wird, wer regionalen Nutzen stiftet, um durch neue Arbeitsplätze Familien Essen und Einkommen beschaffen kann. Die bei diesen Projekten Beschäftigten sind dann auch die glaubwürdigen Träger der neuen Informationen. … Im noch meist ursprünglich erhaltenen Teil werden selten gewordene Medizinpflanzen angepflanzt und von ebenfalls selten gewordenen Bäumen werden Stecklinge und Sämlinge gezogen, dem Grundsatz gemäß, ein Wald kann nur von innen heraus wachsen. …“ (Herbert Huber)
Zum schier unüberschaubaren Fotoarchiv von Herbert Huber gehört auch eine Sammlung von zeitgenössischer Kunst. Kunst, erworben im Tausch gegen hochqualitative Fotos für Kataloge und Öffentlichkeitsarbeit. Darunter befinden sich u.a. Werke von Arnulf Rainer, Erwin Bohatsch, Günther Selichar, kleine Druckgrafiken von Werner Otte. Zudem finden sich bei den Archivmappen auch diverse „vintageprints“, Auftragsarbeiten ebenso wie freie Experimente mit dem Medium Fotografie. Ein Schatz wird aus dem Keller geholt.
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KULTUR FÖRDERT ...
Aus dem Erlös der Ausstellung sollen die nächsten Schritte des Projektes finanziert werden: Kunst für den Regenwald, Kunst aus dem Regenwald.
„Die Kultur Amazoniens ist noch tief mit den Mythen der Ahnen verbunden und berührt bei den meisten europäischen Betrachtern das Herz sehr unmittelbar.“ (Herbert Huber)
Termin
- 23. 10. 2010 / 19:30 Uhr / SA
Eröffnungsabend mit dem Lebenskünstler,
Ausstellung auch in den
folgenden Tagen zugänglich
Tickets
Freiwillige Spenden zugunsten
des Regenwaldprojektes
erbeten
Anmeldung per Mail und Telefon möglich
Veranstalter
Odeïon Kulturforum Salzburg





